Reiner Holznagel, Präsident des Bundes der Steuerzahler, hat bei NIUS Live am 1. Juli 2026 vor einer halbherzigen Steuerreform der Bundesregierung gewarnt. Zum heutigen „Tag der Entscheidung“ der Bundesregierung über mögliche Entlastungen und Gegenfinanzierungen sagte Holznagel: „Ich glaube, die Chance für eine wirklich große Steuerreform muss jetzt ergriffen werden. Und das, was jetzt diskutiert wird, ist Klein-Klein. Und dann soll man lieber gar nichts machen.“
Konkret geht es bei den geplanten Maßnahmen vor allem um den Ausgleich der kalten Progression sowie die Anhebung des Grundfreibetrags. Holznagel kritisierte, beides sei keine echte Reform, sondern eigentlich politische Pflicht. Wenn die Regierung daraus ein „Entlastungspaket“ mache und gleichzeitig über Steuererhöhungen rede, entstehe beim Bürger ein falscher Eindruck. „Dann ist das ja übersetzt eigentlich nur eine Verschiebung. Die einen zahlen mehr, die anderen zahlen weniger“, sagte Holznagel.
Auch Pauline Voss, stellvertretende Chefredakteurin von NIUS, sieht in den Vorschlägen von Finanzminister Lars Klingbeil (SPD) vor allem eines: klassische Umverteilung. Die Entlastungen für kleine und mittlere Einkommen würden dadurch finanziert, dass anderen, von der SPD als reich bezeichneten Bürgern mehr Geld genommen werde. Voss sagte: „Also linke Umverteilung im Kern dieser beiden Vorschläge von Lars Klingbeil. Und da ist doch die Frage: Sollte die Union das mittragen?“
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