Der Krieg im Iran dürfte die wirtschaftliche Erholung in Deutschland nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts spürbar bremsen. In ihrer aktuellen Konjunkturprognose gehen die Wirtschaftsforscher davon aus, dass sich die Folgen für Wachstum und Preise mit zunehmender Dauer des Konflikts verstärken. Ein vollständiges Abwürgen der Erholung erwarten sie jedoch selbst bei längerer Kriegsdauer nicht.
Ifo-Konjunkturchef Timo Wollmershäuser erklärte in Berlin: „Dieser Energiepreisschock dämpft die Erholung, ohne sie jedoch zu stoppen wegen der hohen Unsicherheit.“ Hintergrund seien unter anderem zusätzliche staatliche Ausgaben etwa für Infrastruktur, Klimaneutralität und Verteidigung. Ohne den Krieg hätten die Ökonomen ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr sogar leicht auf rund ein Prozent angehoben, so Wollmershäuser.
Angesichts der geopolitischen Unsicherheiten legt das Institut zwei mögliche Entwicklungspfade vor. Im sogenannten Deeskalationsszenario, also bei einem baldigen Ende der Kampfhandlungen, könnte die deutsche Wirtschaft 2026 noch um etwa 0,8 Prozent wachsen. Das wären 0,2 Prozentpunkte weniger als ohne den Konflikt erwartet. Für 2027 prognostizieren die Forscher in diesem Fall eine Beschleunigung auf etwa 1,2 Prozent.
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