In Friedland wurde ein Mädchen ermordet. Tatort war der Bahnhof der niedersächsischen Kleinstadt. Dringend tatverdächtig ist ein Iraker, dessen Asylantrag abgelehnt worden war. Er stieß die sechzehnjährige Liana vor einen Güterzug. Der Iraker hätte nach Litauen abgeschoben werden können, ja müssen. Ein multiples Behördenversagen verhinderte es. Polizei, Ausländerbehörde und Amtsgericht wirkten hemmend zusammen.
Genauso schockierend wie die Tat ist das Schweigen führender Politiker. Offenbar lautet die Devise: Lieber über die Opfer einer falschen Asylpolitik hinweggehen, als sich eine Verantwortung für diese falsche Asylpolitik zurechnen lassen. Was aber ist von einem Land zu halten, in dem ermordete Kinder und Jugendliche kein allgemeines Entsetzen mehr auslösen? Ein solches Land, meine ich, verspielt seine Menschlichkeit.
Liana K. war aus dem ukrainischen Mariupol nach Deutschland geflohen.
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