Klage gegen Kriegstouristen: Zahlten sie 80.000 Euro für Menschensafari?

vor 7 Monaten

Klage gegen Kriegstouristen: Zahlten sie 80.000 Euro für Menschensafari?
Bildquelle: Tichys Einblick

Das Geschehen ist nun 30 Jahre her. Die Belagerung von Sarajewo war mit drei Jahren, zehn Monaten, drei Wochen und drei Tagen die längste Belagerung einer Hauptstadt in der modernen Geschichte. Sie dauerte vom 5. April 1992 bis zum 29. Februar 1996. Insgesamt fielen ihr rund 8.400 Soldaten zum Opfer. Zudem wurden 5.400 Zivilisten auf die unterschiedlichsten Weisen getötet. Die serbische Armee belagerte die Stadt mit schwerem Gerät. Nach dem Massaker von Markale bombardierten Nato-Flieger die serbischen Stellungen.

Schon seit langem bekannt sind daneben die Heckenschützen (Sniper), vor denen sogar Schilder in der Stadt warnten. Die zum Flughafen führende Hauptstraße war als „Heckenschützen-Allee“ bekannt. Auch ein gemischtes bosnisch-serbisches Paar fiel ihnen zum Opfer und gab das Thema für den Dokumentarfilm „Romeo and Juliet in Sarajevo“, der ein Jahr nach dem Tod der beiden herauskam. Dabei war nicht immer klar, zu welcher Kriegspartei die Sniper gehörten. Nur die serbische Hoheit über die meisten militärisch wichtigen Punkte ließ vermuten, dass es sich zumeist um serbische Schützen handelte.

26 Jahre vergingen, bis ein weiteres Detail dieses Geschehens eine größere Öffentlichkeit fand. Im Film „Sarajevo Safari“ des slowenischen Regisseurs Miran Zupanič von 2022, koproduziert von Al Jazeera Balkans, wurde erstmals der Vorwurf entfaltet, dass „Touristen“ aus verschiedenen Ländern, darunter Italien, Kanada, Russland und die USA, nach Belgrad einflogen und dann mit Hubschraubern nach Sarajewo gebracht wurden. Dort hätten die Kriegstouristen Stellungen vor allem in einer Nachbarschaft Sarajewos (Grbavica) bezogen und dort ziemlich wahllos auf Uniformierte wie Zivilisten geschossen.

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