Am Dienstag entscheidet sich die politische Zukunft Marine Le Pens und damit die Spitzenkandidatur des RN bei den Präsidentschaftswahlen 2027. Allerdings nicht durch einen Parteitag, sondern durch ein Gericht, das über den Berufungsantrag der Politikerin zu entscheiden hat. Frankreich ist manchmal einen Schritt weiter bei der Verwandlung des politischen Lebens zur Farce. Anstatt die inhaltliche Auseinandersetzung zu suchen, hatte ein Gericht den Entzug des passiven Wahlrechts, der Wählbarkeit verordnet.
Während sich diese Frage entscheidet – Le Pen oder Bardella –, beginnen auch die anderen Kandidaten ihre Kampagnen. Die gesamte politische Sphäre tritt damit langsam aber sicher in den Präsidentschaftswahlkampf ein.
„Es ist noch nicht alles verloren“, hört man nun aus dem Mund des macronistischen Präsidentschaftskandidaten in spe, Édouard Philippe, Vorsitzender der Kleinpartei „Horizons“ mit derzeit 34 Abgeordneten von 577 in der Nationalversammlung. Das ist nicht wirklich eine Mehrheit der Sitze. Aber die hat ja auch das macronistische Bündnis insgesamt im Grunde nie gehabt. Für Philippe ginge es darum, für eine Mehrheit wählbar zu sein. Aber selbst davon ist Philippe immer noch meilenweit entfernt. Zwar sieht Philippe eine Spur besser aus als Gabriel Attal, aber der Abstand zu Jordan Bardella bleibt beträchtlich, liegt bei gut 15 Prozentpunkten.
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