Immer mehr Männer lassen sich in der Türkei behandeln, um größer zu werden. Eine Reportage der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) zeigt, wie in Istanbul ein Geschäft mit ästhetischen Beinverlängerungen entstanden ist. Es geht um Zehntausende Dollar, monatelange Reha, erhebliche Risiken und ein Schönheitsideal, das Körpergröße eng mit Männlichkeit verbindet.
Besonders greifbar wird der Trend an einem Patienten, den die NZZ unter dem Namen Amir beschreibt. Er war 1,70 Meter groß, als er nach Istanbul kam. Drei Monate später hatte er bereits acht Zentimeter gewonnen. Sein Ziel: 1,785 Meter. Die Begründung: In seiner Heimat liege die durchschnittliche Körpergröße von Männern bei 1,75 Meter. „Ich möchte etwas größer sein als die anderen“, sagt er.
Der Weg dahin ist drastisch. Dem Patienten werden Schienen in die Oberschenkelknochen eingesetzt, die Knochen wurden gebrochen und mit äußeren Gestellen fixiert. Anschließend zieht der Patient die Knochenenden täglich per „Fixateur“-Schraube auseinander: viermal am Tag jeweils um 0,25 Millimeter. So kommt pro Tag ein Millimeter hinzu. Der Körper bildet dabei neues Knochengewebe.
Gebucht hatte der Patient beim Anbieter Wanna Be Taller. Das Unternehmen organisiert demnach Flughafentransfer, Unterkunft, Verpflegung, Operation und medizinische Betreuung während der Wachstumsphase. Der Preis für das Paket: 35.000 Dollar. Das entspricht knapp 4.000 Dollar pro Zentimeter.
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