Wieder zieht ein großes Industrieunternehmen Teile seiner Produktion aus Deutschland ab: Der Lkw-Hersteller MAN plant laut einem Bericht des Kuriers eine Verlagerung zentraler Produktionsschritte vom Standort München in das Werk im polnischen Krakau. Verlagert werden sollen unter anderem der Karosseriebau, die Lackierung der Fahrerhäuser und der komplette Innenausbau.
Das Maßnahmenpaket ist Teil eines Effizienzprogramms, das bis 2028 eine Ergebnisverbesserung von rund 935 Millionen Euro ermöglichen soll. Laut Bericht sieht der Vorstand im Gegenzug höhere Investitionen an den deutschen Standorten und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen vor. Ohne die Maßnahmen drohten rote Zahlen, heißt es. MAN ist Teil des Nutzfahrzeugkonzerns Traton, der vollständig zum Volkswagen-Konzern gehört.
Das Unternehmen produziert in Deutschland an den Standorten München, Nürnberg und Salzgitter. Das Unternehmen verweist darauf, dass die Bedingungen dort im internationalen Vergleich ungünstig sind. Vor allem hohe Energie- und Standortkosten führten zu klaren Wettbewerbsnachteilen gegenüber Werken im Ausland. Belastend wirken zudem die schwache Nachfrage im Nutzfahrzeugmarkt, neue Konkurrenz durch chinesische Anbieter im Elektro-Lkw-Segment und strengere europäische CO₂-Vorgaben.
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