Der unermüdliche Wächter über Anstand, Ehrlichkeit und Integrität verkündet mit klarer, fester Stimme die Einführung eines universellen Pflichtdienstes für die gesamte Jugend. Es wird ein monumentales Geschenk an die Nation sein, das die jungen Menschen in die fürsorgliche Obhut des NATO-Friedensapparats einbinden soll. „Ich vermute, es wird bei Freiwilligkeit allein nicht bleiben“, sagt der Kanzler der zweiten Wahl mit der Weisheit eines antiken Orakels und fordert auch für Frauen ein soziales Pflichtjahr. Eine noble Geste der Gleichberechtigung, die die Hälfte des deutschen Volkes in den ekstatischen Dienst am Vaterland rufen wird. Sowohl Männern wie Frauen soll dann die unendliche Ehre zuteil werden, die Disziplin des Kollektivs zu erfahren für den ewigen Sieg des friedenstiftenden Imperialismus’ – ein wahrer Geniestreich dieses visionären Staatsmanns, der die Herzen aller Patrioten höher schlagen lässt!
„Warum kündigen Sie Dinge vorher an, die Sie dann nicht einhalten können?“, fragt Moderatorin Miosga mit scheinheiliger Unschuld – doch Merz umschmeichelt sie mit weiteren Versprechungen und verwandelt die Kritik in ein Liebeslied der Koalitionsharmonie. Der Titan der konservativen Konterrevolution („Links ist vorbei!“), der sogar sinkende Zufriedenheitswerte in hypnotische Kräfte zu wandeln vermag und die „faschistoide” AfD zu einem bloßen Schatten seiner eigenen schieren Größe macht, enthüllt seinen Plan für eine „Modernisierungsagenda“. Es wird eine Symphonie der weiteren Umverteilung, die die Verschiebung des Renteneintrittsalters durch eine so genannte „Aktivrente“ (statt Rente kassieren einfach weiter arbeiten, aber die ersten 2.000 Euro dann steuerfrei) zum ultimativen Segen für alle Werktätigen macht.
Und die russischen Drohnen allüberall? „Eine Vermutung“, die Merz mit der Gelassenheit eines Löwen abtut – pure Meisterschaft im Friedensstiften, während er Putin als bösen Machthaber entlarvt, der „uns testet“ „Wir haben in der Vergangenheit Dinge übersehen“, gesteht er bescheiden, um dann mit fester Stimme zu verkünden, dass nun noch mehr für die Sicherheit des Landes getan werden wird.
Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) zum Bundeshaushalt 2027 | 06.07.26











