Meyer-Burger-Pleite offenbart fundamentale Schwächen der Energiewende

vor 9 Monaten

Meyer-Burger-Pleite offenbart fundamentale Schwächen der Energiewende
Bildquelle: Tichys Einblick

Die einst hochgelobte deutsche Solarindustrie erlebt einen Realitätscheck. Der Solarmodul-Hersteller Meyer Burger muss aufgeben. Nach einem gescheiterten insolvenzverfahren werden die Standorte in Deutschland, in der Schweiz und in den USA geschlossen. Alle Mitarbeiter müssen gehen. Die Pleite steht sinnbildlich für die tiefgreifenden Probleme der deutschen Energiebranche – Probleme, die weit über Firmenkrisen hinausgehen.

Die deutsche Solarbranche muss den nächsten herben Rückschlag verkraften. Das Sanierungsverfahren des Schweizer Solarmodul-Herstellers Meyer Burger mit Standorten in Sachsen und Sachsen-Anhalt ist nun endgültig gescheitert. Die Suche nach einem Investor für die Unternehmensgruppe blieb erfolglos. Es bestünden „keine realistischen Chancen mehr für eine Rettung der gesamten Unternehmensgruppe einschließlich der Muttergesellschaft“, heißt es vonseiten des Konzerns.

Auch die rund 45 verbliebenen Mitarbeiter in der Schweiz haben inzwischen ihre Kündigung erhalten. In den USA hatte der Konzern bereits im Mai um die 300 Stellen abgebaut. Der Mutterkonzern wird in seiner bisherigen Form voraussichtlich nicht weiterbestehen. Für die Aktionäre könnte das einen vollständigen Verlust bedeuten. Eine Ausschüttung erscheint aufgrund der aktuellen Situation äußerst unwahrscheinlich. Der Fokus liege nun auf der Abwicklung und dem möglichen Verkauf einzelner Geschäftsbereiche. Spätestens jetzt sollte jedermann klar sein: Wer auf erneuerbare Energien im Depot setzt, bewegt sich in einem Hochrisikosegment, in dem ein Totalverlust keine Seltenheit ist.

Als einer der Hauptgründe für die Unternehmenskrise nennt Meyer Burger die massive Konkurrenz aus China, die Solarmodule zu extrem niedrigen Preisen anbietet. Hersteller aus der Volksrepublik produzieren Solarzellen und -module in gewaltigen Stückzahlen und fluten damit Europa. Viele dieser Unternehmen profitieren von großzügiger staatlicher Förderung und äußerst günstigen Produktionsbedingungen – darunter niedrige Energiepreise, geringe Steuer- und Abgabenlast sowie ein deutlich bürokratiefreundlicheres Umfeld.

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