Union und SPD haben sich nach monatelangen Verhandlungen offenbar auf einen Kompromiss zur geplanten Rückkehr der Wehrpflicht geeinigt. Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) berichtet, soll künftig ein Losverfahren darüber entscheiden, wer gemustert und im Bedarfsfall eingezogen wird.
Demnach sollen alle jungen Männer, die einen verpflichtenden Fragebogen ausfüllen, in einen Auswahlpool aufgenommen werden. Aus dieser Gruppe soll dann ein Teil ausgelost werden, der anschließend gemustert und zu einem Gespräch eingeladen wird. „Für den Fall, dass es nicht genügend Freiwillige gibt, sollen die Ausgelosten anschließend auch zu einem mindestens sechsmonatigen Wehrdienst verpflichtet werden“, heißt es im Bericht des RND unter Berufung auf Koalitionskreise.
Das Modell orientiert sich demnach an Dänemark, wo ein ähnliches System bereits praktiziert wird. Dort gilt die Wehrpflicht grundsätzlich für alle, tatsächlich eingezogen wird aber nur ein Fünftel der Jahrgänge. Der Losentscheid soll auch in Deutschland helfen, den organisatorischen Aufwand zu begrenzen und mögliche Kritik an mangelnder Wehrgerechtigkeit zu vermeiden.
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