Im Zuge einer koordinierten Razzia haben Ermittler aus über 30 Ländern ein globales Netzwerk zerschlagen, das sich dem Austausch von Darstellungen sexualisierter Gewalt an Kindern gewidmet haben soll. Nach Angaben der europäischen Polizeibehörde Europol handelt es sich um einen der bislang größten Einsätze dieser Art in Europa. Im Zentrum der Ermittlungen stand die Onlineplattform „Kidflix“, die inzwischen abgeschaltet wurde.
Die Federführung lag beim Bayerischen Landeskriminalamt. Insgesamt wurden weltweit 79 Verdächtige festgenommen. Doch das ist nur die Spitze des Eisbergs: Die Plattform zählte laut Europol nahezu zwei Millionen registrierte Nutzer – ein Ausmaß, das auch erfahrene Ermittler erschüttert.
Die Server von Kidflix wurden Anfang März von deutschen und niederländischen Behörden vom Netz genommen. Zu diesem Zeitpunkt befanden sich über 70.000 Videos auf der Plattform. Die Ermittlungen führten zur Identifikation von rund 1.400 Tatverdächtigen in verschiedenen Ländern. Die 79 festgenommenen Personen sollen nicht nur kinderpornografisches Material konsumiert und verbreitet haben – einige stehen zudem im Verdacht, selbst sexuelle Gewalt an Kindern verübt und dokumentiert zu haben.
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