Pistorius und die Spitzenkandidatur: Taktischer Rückzug

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Pistorius und die Spitzenkandidatur: Taktischer Rückzug
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Er macht es nicht – am Donnerstagabend zieht Boris Pistorius eine Kandidatur zurück, die er selbst nie wirklich erklärt hatte. Und dennoch stand sie im Raum – allein das ist eine Niederlage für Olaf Scholz. Der Kanzler, der jetzt auch Kanzlerkandidat sein darf, wirkt wie ein König ohne Königreich.

Während er im Ausland war, rüstete plötzlich die SPD zum Putsch gegen den unbeliebten Kanzler. Der eilte überstürzt zurück nach Berlin, um seine Absetzung zu verhindern. Am Ende war es Pistorius, der den Aufstand mit seinem Video abblasen ließ, und die scholztreue Parteiführung im Willy Brandt Haus, die den Kanzler in seiner Position hielten.

Dass Pistorius nicht auf die Kandidatur zugriff, wird maßgeblich an Esken, Klingbeil und Co. gelegen haben. Dem bisherigen Landespolitiker Pistorius fehlt eine vergleichbare Machtbasis in Berlin, und der doch eher pragmatische Innen- und Verteidigungs-Mann passt nicht in die eher ideologische SPD-Connection um Esken, Klingbeil und Mützenich, die hinter Scholz steht.

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