Hier blühen Hippies in Vintage-Klamotten auf, meditieren Yogis in den Parks. Portland im US-Bundesstaat Oregon, die Stadt der Rosen und des Regens, ist eigentlich das Abziehbild der progressiven US-Stadt im pazifischen Nordwesten: Weed-Läden reihen sich an Mikrobrauereien, Fahrradcafés an Nachhaltigkeitsinitiativen. Doch seit Samstag hat Portland einen neuen Ruf: Präsident Donald Trump bezeichnet es als „kriegverwüstete“ Stadt und kündigte an, Militär in die Stadt zu schicken, um die Einwanderungs- und Abschiebebehörde ICE vor „inländischen Terroristen“ zu schützen.
Progressive Portländer reagierten daraufhin mit Spott und Bildern aus dem Alltag: sonnige Spaziergänge im Washington Park, lachende Familien bei Streetfood-Märkten, friedliche Cafés ohne einen Hauch von Chaos. Auch Lokalpolitiker schalteten sich ein: Bürgermeister Keith Wilson erklärte, Trump würde in Portland keine Gesetzlosigkeit finden, „es sei denn, er plant, sie selbst zu verursachen“. Die Gouverneurin von Oregon wies den Plan zurück: „Portland ist in Ordnung – wir brauchen keine Truppen.“
Vermummte belagern Tag und Nacht die ICE-Geschäftsstelle in Portland
Doch so einfach ist es nicht. Portland hat über Jahre den Ruf einer Brutstätte linksextremer Gewalt bekommen, die konservativen Stimmen oft mit Brutalität begegnet. Die Stadt, die sich als Bollwerk gegen Faschismus inszeniert, beherbergt Antifa-Gruppen wie „Rose City Antifa“, die mit militanter Rhetorik und Taktiken operieren – häufig getarnt als Proteste.
Vermummt und verkleidetet protestieren Antifa-Aktivisten vor Ort
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