Wäre am Freitag das Rentenpaket im Bundestag gescheitert, wäre das für die Karriere von Friedrich Merz das sichere Aus gewesen. Damit muss der Christdemokrat nun nicht mehr rechnen. Heidi Reichinnek rettet seine Kanzlerschaft. Die Linken werden sich in der Abstimmung enthalten. Dann hätte das Rentenpaket von SPD, CSU und CDU auch dann eine Mehrheit, wenn alle 18 „Jungen Abgeordneten“ und noch andere Rückgrat bewiesen hätten – einzelne wie Daniel Kölbl sind ja schon auf Merz-Linie eingeschwenkt.
„Wir werden nicht akzeptieren, dass das Rentenniveau noch weiter gedrückt, und haben uns als Fraktion deshalb entschlossen, uns bei der voraussichtlich am Freitag anstehenden Abstimmung zum Rentenpaket der Regierung zu enthalten“, schreibt Reichinnek in einer Erklärung der Linken-Fraktion. An ihrer Partei werde es also nicht scheitern, dass das Rentenniveau stabilisiert werde.
Einzelne „Rebellen“ können nun beruhigt gegen das eigene Rentenpaket stimmen. So wie es der Vorsitzende der Jungen Union Johannes Winkel für sich angekündigt hat. Er kann damit die Rolle von Horst Seehofer (CSU) oder Wolfgang Kubicki (FDP) übernehmen: nach rechts blinken in einer Partei, die stramm nach links marschiert. Damit liberal-konservative Wähler wegen Winkel die CDU wählen und dann Friedrich Merz erhalten. Blöd nur, dass die Strategie bei Kubicki halt nicht funktioniert hat.
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