Sal-Da-Vinci-Code – zu viel Italianità, zu viel Napoli, zu viel Gefühl: Die Linke flippt aus

vor etwa 2 Monaten

Sal-Da-Vinci-Code – zu viel Italianità, zu viel Napoli, zu viel Gefühl: Die Linke flippt aus
Bildquelle: Tichys Einblick

Eigentlich ist „Per sempre sì“ nur eine sentimentale Liebeserklärung – musikalisch irgendwo zwischen Hochzeitskapelle, Adriaküste und einer Jukebox aus den fünfziger Jahren. Und doch wirkt dieser Triumph plötzlich wie ein kulturelles Erdbeben. Ein Ohrwurm ist es allemal, aber erst nach dem dritten Anhören.

Denn während die internationale Popwelt zwischen Algorithmus-Pop, Postgender-Ästhetik, Latex-Kostümen und synthetischer Gefühlsproduktion taumelt, singt da plötzlich einer aus Neapel schlicht: „Ich verspreche es dir vor Gott – für immer ja.“ Und ganz Italien singt mit? Nicht nur, seit Wochen wird Per sempre si in allen möglichen Sprachen und Variationen von Südamerika (dort vor allem) bis Japan, rauf und runter gedudelt.

Der Song – nicht ironisch. Nicht dekonstruiert. Nicht „camp“. Sondern ernsthaft, wie das Leben eben. Das allein reicht heute schon aus, um Teile der kulturellen Linken in Schnappatmung zu versetzen.

Der Eurovision Song Contest 2026 besitzt in Italien ohnehin eine völlig andere Bedeutung als in Deutschland. Schon der Vorentscheid, das Sanremo-Festival, ist keine bloße Fernsehsendung, sondern ein nationales Ritual. Eine Mischung aus Oper, Fußball, Familienfest und politischem Thermometer.

Eine Woche lang diskutiert das ganze Land über Stimmen, Kleider, Frisuren, Bühnenbilder, Tränen, Skandale und Liebesgeschichten. Selbst jene Italiener, die behaupten, Sanremo zu hassen, verfolgen es heimlich. Wie eine nationale Sünde. Und diesmal gewann eben kein hypermoderner Kunstpop-Entwurf. Sondern ein Mann, der aussieht, als hätte er vor zwanzig Jahren irgendwo an der Amalfiküste in einem Familienrestaurant „Volare“ gesungen, während im Hintergrund die Zitronenbäume leuchteten.

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