Die australische Senatorin Pauline Hanson ist nach einem Auftritt im Ganzkörperschleier für sieben Sitzungstage aus dem Oberhaus ausgeschlossen worden. Die Gründerin der rechten One-Nation-Partei betrat den Senat am Montag in einer Burka, um für ihren Vorschlag eines landesweiten Verbots der Vollverschleierung ein Zeichen zu setzen. Die Kammer hatte zuvor die Zustimmung verweigert, ihren Gesetzentwurf überhaupt zur Beratung zuzulassen.
Während einer laufenden Abstimmung erschien Hanson vollständig verschleiert im Plenarsaal. Die Sitzung wurde unterbrochen; Senatspräsidentin Sue Lines führte ein Gespräch mit ihr und setzte die Beratungen anschließend fort. Eine formale Kleiderordnung existiert im Senat nicht. Die sogenannten Standing Orders enthalten keinen Dresscode, die Präsidentin kann jedoch eingreifen, wenn Kleidung als Verstoß gegen die Würde oder Ordnung des Hauses eingeschätzt wird.
Hanson verteidigte ihr Vorgehen anschließend vor der Presse. Sie sagte: „Es gibt keine Kleiderordnung im Parlament.“ Die Reaktionen ihrer Kollegen bezeichnete sie als „heuchlerisch“. Sie erklärte, der Schleier stehe für die Unterdrückung von Frauen. Sie stehe zu ihrer Überzeugung und werde dies auch weiterhin tun. Das Thema sei eine Frage der nationalen Sicherheit. „Wenn man in einer Bank oder in einem anderen Lokal den Helm abnehmen muss – warum sollte die Burka da anders behandelt werden?“, fragte sie laut Reuters.
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