So lange dauerte es, bis nach diesen Schwerverbrechern endlich gefahndet wurde

vor mehr als 1 Jahr

So lange dauerte es, bis nach diesen Schwerverbrechern endlich gefahndet wurde
Bildquelle: NiUS

Stellen Sie sich vor, Sie werden brutal überfallen. Der Täter haut ab, doch immerhin gibt es Video-Aufnahmen von der Tat. Erhöht das doch die Chancen enorm, dass der Kriminelle gefasst wird.

Und nun der Realitätscheck: Sie leben in Deutschland. Die Fahndungsbilder werden erst 2,5 Jahre später veröffentlicht. Der Täter ist wahrscheinlich längst über alle Berge, Zeugen können sich kaum noch an Details erinnern. Dieses Szenario ist nicht ausgedacht, es ist bittere Realität!

Dafür kann übrigens die Polizei nichts: Eine Staatsanwaltschaft muss die Veröffentlichung der Aufnahmen erst bei einem Gericht beantragen. Dafür muss die Straftat jedoch schwerwiegend sein beziehungsweise öffentliches Interesse bestehen. Zudem müssen die Polizeibeamten vorher versucht haben, den Fall ohne die Hilfe der Öffentlichkeitsfahndung zu klären. In manchen Fällen könnte eine zu frühe Veröffentlichung gar den Ermittlungserfolg gefährden. Und die Fahnder müssen sich sicher sein, dass die gezeigte Person auch wirklich der Täter ist. Das erklärt, warum oft erst nach drei Monaten Fahndungsbilder veröffentlicht werden.

NIUS hat bei den Polizeidienststellen der Bundesländer aktuelle Fälle ausgewertet – und zeigt zehn Beispiele, bei denen viel Zeit zwischen Tat und Öffentlichkeitsfahndung vergangen sind.

31. Dezember 2023, 3:15 Uhr: Am Berliner U-Bahnhof Spittelmarkt steigt ein dunkelhäutiger Mann (25-35) aus der U2, folgt einer 18-Jährigen und deren Begleiterin in die Wallstraße. Die Polizei in der Meldung vom 15. Mai 2024: „Anschließend führte er gegen den Widerstand der beiden Frauen sexuelle Handlungen an der 18-Jährigen durch.“

Der Mann trug eine schwarze Jacke der Firma New Yorker, Kapuzenaufschrift „CONTEMPORARY“ und Schulter-/Rückenaufschrift „CNTMP“ sowie weiße Sneakers der Marke Adidas.

Hinweise: 030-4664-914302 (LKA143@polizei.berlin.de).

Unfassbare 29 Monate durfte dieser Kriminelle frei herumlaufen! Der Mann war am 15. März 2022 mittags in der Postbank-Filiale im Mühlenberg-Center in der Greifswalder Straße 90 im Berliner Viertel Prenzlauer Berg. Dabei stach er mit einem Messer auf einen damals 42-Jährigen ein. Das Opfer kam mit Stichverletzungen an einem Oberarm, am Oberkörper und am Hals ins Krankenhaus, schrieb die Polizei am 7. August 2024.

Ob dieser Kriminelle jemals gefasst wird?

Hinweise: 030-4664-573215.

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