Die SPD feiert die gesunkenen Inflationsraten in Deutschland. Besonders der sogenannte Seeheimer Kreis, der für sich in Anspruch nimmt, das wirtschaftspolitische Gewissen der Sozialdemokratie zu sein, feiert das ganz groß. Die Inflationsrate liege nur noch bei 1,6 Prozent. Das sei eine große Leistung des Bundeskanzlers der SPD.
Das stimmt nur leider nicht. Eine Inflationsrate zwischen einem und zwei Prozent ist der Normalzustand, auf den die Politik der Europäischen Zentralbank verpflichtet ist.
Diesen Normalzustand als großen Erfolg zu feiern, sagt allein schon sehr viel aus. Diese Lobhudelei soll dabei nur verdecken, dass die Gründe für die Inflation gerade in der Politik der letzten Jahre unter der Ägide des Bundeskanzlers liegen. Und dass die Leidtragenden der hohen Inflationsraten gerade diejenigen sind, die die Sozialdemokraten angeblich vertreten.
Zunächst steht fest, dass bei einer Inflationsrate von rund zwei Prozent der Preis von Produkten weiter steigt. Es ist also nicht so, dass sich eine Erleichterung für Konsumenten in diesem Land abzeichnet. Die Lebenshaltungskosten steigen weiter und das auf einem ohnehin schon sehr hohen Niveau. Denn in den letzten Jahren sind die Preise enorm gestiegen. Das begann schon vor dem Krieg gegen die Ukraine, der von der Politik gemeinhin als der Auslöser der Preissteigerungen hingestellt wird. Bereits im Jahre 2021 lag die Inflationsrate bei drei Prozent, also deutlich über dem Ziel von ein bis zwei Prozent, das als sogenannte Preisstabilität definiert wird. Mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine stiegen dann die Inflationsraten auf 7 Prozent im Jahr 2022 und 6 Prozent im Jahr 2023. Denn mit dem Krieg in der Ukraine verteuerten sich insbesondere Rohstoffe und Energie enorm. Das galt und gilt besonders für Deutschland, weil hier die Abhängigkeit von russischem Öl und russischen Gas besonders hoch war.
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