Stilllegung der Gasnetze: In 20 Jahren könnten die Gebühren zehn Mal so hoch sein

vor 7 Monaten

Stilllegung der Gasnetze: In 20 Jahren könnten die Gebühren zehn Mal so hoch sein
Bildquelle: Apollo News

Die Gebühren für die Nutzung der Gasnetze könnten zwischen 2043 und 2045 auf etwa 22 Cent je Kilowattstunde ansteigen, zeigt eine neue Studie des Fraunhofer-Instituts. Aktuell werden dafür rund 2,3 Cent/kWh fällig. Für einen durchschnittlichen Drei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 15.000 Kilowattstunden, der heute etwa 400 Euro an Netzentgelten zahlt, könnten die Belastungen künftig somit auf bis zu 4.300 Euro ansteigen. In Extremszenarien wäre laut Studie sogar denkbar, dass einzelne Haushalte Kosten im Millionenbereich verursachen.

Hintergrund für die erwartete Kostenexplosion ist der rückläufige Gasverbrauch in Deutschland. Durch den Umstieg auf Wärmepumpen und andere erneuerbare Heizsysteme im Zuge der Energiewende sinkt die Zahl der Nutzer in den Gasnetzen, während Fixkosten für Wartung, Betrieb und Rückbau der Netze gleich bleiben. Diese Kosten müssen somit auf immer weniger verbleibende Gasnutzer verteilt werden, was zu einem exponentiellen Anstieg des Preises pro kWh führt.

Nach Einschätzung des Instituts ist daher ein frühzeitiges Gegensteuern entscheidend. Eine rechtzeitig koordinierte Abkehr von der Gasversorgung könnte die Belastung für Verbraucher deutlich mildern. Kommunale Versorger und Netzbetreiber sollten daher möglichst früh einen Rückzug planen und ganze Stadtgebiete schrittweise auf erneuerbare Heizlösungen umstellen. Immer mehr Städte wollen sogar ihr ganzes Gasnetz schon in den nächsten Jahren aufgeben (Apollo News berichtete). Der zentrale Punkt – dass viele deutsche Bürger ihre Gasheizung überhaupt nicht aufgeben möchten – wird in der Studie jedoch nicht aufgegriffen.

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