Im vergangenen Jahr überschritten die Einnahmen des deutschen Staates erstmals die Schwelle von zwei Billionen Euro. Wie das Statistische Bundesamt mitteilte, beliefen sich die Gesamteinnahmen konkret auf 2,013 Billionen Euro – ein Anstieg von 4,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Doch die Ausgaben stiegen noch stärker: Mit einem Plus von 5,3 Prozent summierten sie sich auf 2,132 Billionen Euro.
Erstmals seit 15 Jahren verzeichneten damit alle vier staatlichen Teilbereiche – Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung – ein Finanzierungsdefizit. Insgesamt summierte sich dieses auf 119 Milliarden Euro, was einem Anstieg von 15 Milliarden Euro gegenüber 2023 entspricht. Die Defizitquote im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt kletterte von 2,5 auf 2,8 Prozent.
Während der Bund sein Defizit im Vergleich zum Vorjahr um 30,5 Milliarden Euro auf 62,3 Milliarden Euro senken konnte, verschlechterte sich die finanzielle Lage in anderen Bereichen deutlich. Die Länder verzeichneten mit einem Defizit von 27,3 Milliarden Euro eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr. Auch die Gemeinden rutschten mit einem Minus von 18,6 Milliarden Euro weiter in die roten Zahlen. Besonders drastisch fiel die Entwicklung bei der Sozialversicherung aus: Nach einem Plus von neun Milliarden Euro im Jahr 2023 rutschte sie nun mit einem Defizit von 10,6 Milliarden Euro tief ins Minus.
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