Über 200 „Kulturschaffende“ fordern mehr Druck auf Israel

vor 11 Monaten

Über 200 „Kulturschaffende“ fordern mehr Druck auf Israel
Bildquelle: Tichys Einblick

Der deutsche Zeitgeist ist links. Zwar erodiert angesichts der heraufziehenden Krise des Wohlfahrtsstaats und der Staatsfinanzen das Vertrauen in die Kompetenz des politischen Personals. Doch grundsätzlich dominieren im öffentlichen Diskurs Aspekte kollektivistischen Denkens. Der Staat in seinen verwaltenden, umverteilenden und regulierenden Ausprägungen bleibt sakrosankter Monolith der Gesellschaft.

Die übergroße Mehrheit der Bürger befürwortet einen umverteilenden Wohlfahrtsstaat, steht dem freien Markt skeptisch gegenüber und würde ganz sicher nicht für den Erhalt zensurfreier sozialer Medien auf die Barrikaden gehen, ganz gleich wie sehr der Staatsapparat in Brüssel und Berlin die Meinungsfreiheit bedroht. Der Erfolg der linken Parteien spricht dafür, dass große Teile der deutschen Bevölkerung vor dem Staatskraken kapituliert haben oder seinen wachsenden Einfluss im Alltag gar goutieren.

Dabei war die Linke lange Zeit auf Spurensuche. Sie suchte nach Ankerpunkten, um nach dem verlorenen Krieg gegen die Kräfte der Freiheit, der im Kollaps des Sozialismus zu Beginn der 90er Jahre kulminierte, aufs Neue in der Bevölkerung Wurzeln zu schlagen.

Auch die deutsche Linke griff zu, als kulturmarxistische Züge aus den Vereinigten Staaten nach Europa übersetzten. Die Delegitimierung der Familie, der ressentimentgeladene Kampf gegen das Privateigentum standen ebenso auf dem Programm wie die skurrile kulturzersetzende Folklore, die wir in der Gender-Politik und der woken Infantilenkultur kennenlernen durften.

Trotz erheblicher Erfolge blieb es lediglich bei gewonnenen Schlachten, der Sturm auf die Bastille des Bürgertums gelang ihr bislang nicht. Das bürgerliche Ferment der deutschen Gesellschaft präsentiert sich gegenwärtig zwar als angeschlagen, scheint im Ringen um die kulturelle Deutungshoheit auf lange Sicht dennoch den Sieg davon zu tragen. Es ist den neuen Sozialisten nicht gelungen, der Mehrheit der Bevölkerung den Wunsch nach Normalität, nach Familienleben, nach traditionellen Werten sowie einen grundsätzlich akzeptierten Leistungsgedanken auszutreiben.

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