Sven Liebich ist ein bekannter Rechtsextremist, der sich gerade in vielfältigen Anklagepunkten vor Gericht verantworten muss. Im Raum steht eine anderthalbjährige Haftstrafe ohne Bewährung wegen Volksverhetzung, übler Nachrede und Beleidigung. Das Urteil im Berufungsprozess ist noch nicht rechtskräftig, da Liebich Revision eingelegt hat. Parallel laufen vor dem Amtsgericht Halle drei weitere Anklagen gegen ihn und in Leipzig droht ihm wohl in einem weiteren Berufungsprozess eine Haftstrafe wegen des tätlichen Angriffs auf einen Fotografen.
Man kann da schon mal durcheinanderkommen, zumal die Anklagepunkte gar nicht der Grund sind, weshalb sich die Presse gerade für Liebich interessiert. Das liegt vielmehr daran, dass Sven jetzt amtlich „Marla-Svenja“ heißt und jeden mit Klagen überziehen will, der ihn weiterhin als Mann bezeichnet. Damit will er jetzt zu einer Personengruppe gehören, die er bis vor Kurzem noch als „Parasiten der Gesellschaft“ bezeichnet hat. Ist er also doch keine Frau? Das lässt sich heutzutage schwer absprechen. Denn was ist überhaupt eine Frau?
Sein Wikipedia-Eintrag ist bereits umgestellt, der Name Sven Liebich wird in Klammern als „Geburtsname“ genannt. Zuvor hatte man ihn sogar noch als „rechtsextreme Aktivistin“ bezeichnet und dieser Eintrag wurde zur Löschung vorgeschlagen und mit einem entsprechenden Warnhinweis versehen. Jetzt ist der Eintrag kunstvoll so formuliert, dass Pronomen umgangen werden. Das Tänzeln um das bis zu 10.000 Euro Bußgeld ist bereits von konservativen Medien seit Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes perfektioniert worden, jetzt können sich die restlichen Medien auch mal darin versuchen.
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