Mindestens zwei Arten politischer Wirklichkeit gibt es derzeit. Die eine Wirklichkeit besteht darin, dass die Union die stärkste Fraktion im Deutschen Bundestag stellt und einen Bundeskanzler, der erst seit acht Monaten im Amt ist. Die nächsten Bundestagswahlen sind voraussichtlich Anfang 2029. Insofern könnten CDU und CSU gemeinsam mit der SPD tun, was sie sich vorgenommen haben: Deutschland voranbringen.
Die andere politische Wirklichkeit ist für die Union deutlich ungemütlicher: Die ökonomische Lage ist desaströs, die Bürger haben genug von Merz, die AfD belegt in Umfragen den Spitzenplatz aller Parteien. Kaum ein historisches Beispiel lässt sich finden, dass die bestimmende Kraft innerhalb eines Regierungsbündnis derart schnell von inneren Fliehkräften durchgeschüttelt wurde. Die Union ist ein Schatten ihrer selbst. Unter dem Kanzler und CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz organisiert sie ihren eigenen Abstieg.
Da gibt es erstens in Berlin einen CDU-Ministerpräsidenten namens Kai Wegner, der nach einem linksterroristischen Anschlag auf das Stromnetz eine Stunde Tennis spielen geht, zusammen mit seiner derzeitigen Lebensgefährtin, der CDU-Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch. Erst lügt Wegner über dieses instinktlose, dummdreiste Verhalten. Kaum ertappt, sieht er in der Leibesübung am Unglückstag keinen Skandal.
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