Krokodil, dein Name sei Bärbel! „Die Unterschiede zwischen der Union und uns waren selten so spürbar wie heute“, sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD) in ihrer Rede auf dem DGB-Gewerkschaftstag am Dienstag kurz vor dem Koalitionsausschuss, und es klang wie die traurige Feststellung, dass der Koalitionspartner die segensreiche Bedeutung des Sozialstaates einfach nicht begreifen wolle. Wir, die Genossen, sollte das wohl heißen, geben uns solche Mühe, die Koalition auf menschlichem Kurs zu halten, aber es sei halt schwer mit einem Kanzler Friedrich Merz (CDU).
Krokodilstränen einer Ministerin, die noch wenige Tage zuvor den Sturm gesät hatte, den Merz auf dem Gewerkschaftstag in Form von Buh-Rufen, Pfiffen und unflätigen Zwischenrufen erntete. Der bestens mit Transparenten und T-Shirts vorbereitete Pöbel-Sturm gegen den Kanzler auf dem DGB-Tag war ein Tiefpunkt in der politischen Kultur der Bundesrepublik. War der Empfang von Bas auf dem Arbeitgebertag noch von mokantem Gelächter vergleichsweise dezent umrahmt, so brach sich bei Merz eine geradezu brutale Ablehnung Bahn.
Kanzler Merz beim DGB-Gewerkschaftstag
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