Die ZDF-Leaks: Schausten sagt, KI-Video wurde „wissentlich“ verwendet +++ Theveßen: „Kein Wort war falsch“

vor 4 Monaten

Die ZDF-Leaks: Schausten sagt, KI-Video wurde „wissentlich“ verwendet +++ Theveßen: „Kein Wort war falsch“
Bildquelle: NiUS

Es sind spektakuläre Leaks, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk erschüttern dürften. NIUS liegen exklusiv Video-Aufnahmen und Tonmitschnitte aus der Betriebsversammlung des ZDF vor, zu der Chefredakteurin Bettina Schausten am Montag geladen hatte, um Rede und Antwort im Skandal um ein KI-Video in einem Beitrag des Heute-Journals zu stehen. Vor den 1.100 versammelten Mitarbeitern gesteht Schausten: Das KI-Video wurde wissentlich verwendet. US-Korrespondent Elmar Theveßen findet dennoch: Kein einziges Wort des Beitrags sei falsch gewesen. Er behauptet: Wir haben uns nichts vorzuwerfen und bilden die Realität ab. Doch einzelne Mitarbeiter äußern schwere Vorwürfe. Die Rede ist von einem „Relotius-Moment“ und davon, dass die ZDF-Nachrichten sich zunehmend in „Weltbild-Bestätigungs-Sendungen“ verwandelt hätten.

Am 15. Februar hatte das Heute-Journal einen Beitrag über die Einsätze der US-Abschiebepolizei ICE gesendet, in dem ein KI-Video und ein vier Jahre altes, aus dem Kontext gerissenes Video gezeigt wurden, um das vermeintlich brutale Vorgehen von ICE gegen Kinder zu illustrieren. Erst zwei Tage später entschuldigte sich der Sender, kündigte die Abberufung der Studioleiterin in New York, Nicola Albrecht, an, von der der Beitrag stammte. Zuvor hatte sich der Sender in Widersprüche und Lügen verstrickt und für den Fehler „technische Gründe“ geltend gemacht. Besondere Brisanz bekommt die Affäre, weil der Intendant des ZDF, Norbert Himmler, in weniger als einem Monat wiedergewählt werden will.

Der Fall dürfte nun noch an Brisanz gewinnen, denn Schausten gibt in der Betriebsversammlung zu, dass das KI-Video „bewusst“ verwendet worden sei: „Es ist fahrlässig passiert. Es gab keine Absicht, es ist wissentlich (geschehen). Und dann hat sie (Nicola Albrecht) sich selber gesagt: Ach, das geht ja, wenn ich es kennzeichne. Sie wollte es noch nicht mal verheimlichen, dass es KI ist.“ Das gehe so einfach nicht, so Schausten.

Auch an anderer Stelle betont Schausten: „Es war eine Szene, die KI-generiert war, die an dieser Stelle eingeschnitten wurde und eben leider auch wissentlich eingeschnitten wurde. Die Überprüfung des Materials hat nicht nochmal stattgefunden. Und dabei wäre, davon kann man ausgehen, das aufgefallen, weil das bekannte Falschszenen aus dem Netz waren.“ Nicola Albrecht sei aufgefallen, dass (die Szene) KI-generiert war. Das ist in einem Beitrag, der sich eben nicht ausdrücklich mit KI beschäftigt, sondern einfach faktisch ein Thema beschreibt, nicht zulässig. Das ist ein Verstoß gegen journalistische Standards.

Auch bei NIUS: Intendant Himmler über KI-Skandal: „Die journalistischen Fehler haben das Image des ZDF in der Öffentlichkeit schwer beschädigt”

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