„Europa muss sein Schicksal mehr denn je in die eigene Hand nehmen“, sagte die ehemalige Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrer Rede während des traditionsreichen Matthiae-Mahls im Hamburger Rathaus. Sie wünsche sich eine Europäische Union, die sowohl nach innen als auch nach außen handlungsfähig sei und international mit einer Stimme auftrete.
Ein geeintes Europa stehe auch für gemeinsame Werte und Interessen. „Das geht für mich weit über den Sicherheitsaspekt hinaus“, betonte sie. Ein gemeinsames Handeln der EU bedeute unter anderem, für Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Menschenwürde einzutreten, aber auch Wohlstand und Arbeitsplätze zu sichern. Gleichzeitig sprach sie sich für den Schutz der Außengrenzen, den Erhalt kultureller Identität sowie den verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen Ressourcen aus. Zudem müsse Europa im digitalen Bereich unabhängiger werden, „sowohl bei der Software als auch bei der Hardware“.
Auch zum Krieg in der Ukraine äußerte sich Merkel. Die EU müsse „sowohl als militärischer Unterstützer der Ukraine gegenüber dem Aggressor Russland auftritt – das ist wichtig und unabdingbar – aber auch ihre diplomatische Kraft für eine Beendigung dieses Angriffskriegs in die Waagschale wirft“. Bereits im Jahr 2021 habe sie die Auffassung vertreten, dass Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin nicht ausschließlich den Vereinigten Staaten überlassen werden sollten.
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