„Zum Abschuss freigegeben“: Polizeibeamte kritisieren mildes Urteil nach Tötung eines Polizisten

vor 3 Monaten

„Zum Abschuss freigegeben“: Polizeibeamte kritisieren mildes Urteil nach Tötung eines Polizisten
Bildquelle: Apollo News

Nach der Tötung des 34-jährigen Polizeioberkommissars Simon Bahr bei einem Tankstellenüberfall im saarländischen Völklingen zeigen sich viele Polizeibeamte über das milde Urteil gegen den Täter empört. Der Täter Ahmet G., der bei der versuchten Festnahme die Waffe eines Beamten an sich reißen konnte und Bahr tödlich traf, wurde vergangene Woche vor dem Landgericht Saarbrücken aufgrund seines psychischen Gesundheitszustands als schuldunfähig eingestuft und vom Vorwurf des Mordes freigesprochen.

Zahlreiche Polizisten sehen durch das Urteil ihr Vertrauen in den Rechtsstaat und die Justiz erschüttert. So verfasste ein Beamter, der nach Informationen der Saarbrücker Zeitung der Dienstgruppenleiter Bahrs in Völklingen war, einen kritischen Facebook-Beitrag: „Mit diesem Urteil müssen wir anerkennen, dass die Gesetze, für deren Einhaltung wir jeden Tag unser Leben riskieren, uns und unsere Familien nicht in gleicher Weise schützen. Wir werden nun auch mit dem Gefühl zum Dienst gehen müssen, von der Justiz zum Abschuss freigegeben worden zu sein“, heißt es in dem Beitrag.

Hubertus Kesselheim, Seelsorger bei der Saarländischen Polizei, berichtet von niedergeschlagenen Beamten, die von dem Urteil tief enttäuscht seien. „Jetzt ist der Simon tatsächlich völlig umsonst gestorben. Jetzt war sein Tod noch sinnloser als sowieso schon“, seien typische Aussagen, die nun aus den Reihen der Polizei zu vernehmen seien, wie Kesselheim gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung berichtet.

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