Die sogenannte Chancenkarte ermöglicht es Personen aus Nicht-EU-Staaten, nach Deutschland einzureisen, um sich vor Ort einen Job suchen zu können. Sie gilt ab Erteilung für ein Jahr. Wie der Tagesspiegel unter Berufung auf Zahlen des Auswärtigen Amts berichtet, sind bis zum 9. Mai 10.148 Visa erteilt worden. Außerdem gab es 12.177 Anträge auf ein Chancenkarte-Visum.
Die Chancenkarte können Ausländer bekommen, die entweder als Fachkräfte anerkannt sind oder die in einem Punktesystem sechs Punkte erreichen. Bei dem Punktesystem gilt als Grundvoraussetzung die Beherrschung der deutschen Sprache auf dem niedrigsten Niveau A1 oder die Beherrschung von Englisch auf dem Niveau B2. Zum Vergleich: Bei der Einbürgerung in Deutschland wird lediglich das niedrigere Sprachniveau B1 für Deutschkenntnisse verlangt.
Außerdem muss eine zweijährige, im Herkunftsland anerkannte Berufsausbildung vorliegen und man muss finanziell abgesichert sein. Punkte bekommen die Bewerber für Berufserfahrung, weitere Sprachkenntnisse in Deutsch oder wenn sie unter 35 Jahren alt sind. Problematisch ist an der Chancenkarte, dass von den Behörden nicht nachverfolgt wird, ob die Visumsinhaber tatsächlich eine Arbeitsstelle finden. Das geht aus der Analyse des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung hervor, die dem Tagesspiegel vorliegt.
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