482 Unterkünfte in Krefeld, 241 in Köln, 141 in München: So viele Millionen kostet die Unterbringung von Migranten in Deutschlands größten Städten

vor mehr als 1 Jahr

482 Unterkünfte in Krefeld, 241 in Köln, 141 in München: So viele Millionen kostet die Unterbringung von Migranten in Deutschlands größten Städten
Bildquelle: NiUS

Die Grenzen sind offen, die Asylunterkünfte voll: Was die Politik in Berlin und Brüssel entscheidet, haben die Menschen vor Ort zu bewältigen! Immer mehr Flüchtlingsheime entstehen, begleitet vom Protest der Anwohner. Die Einrichtungen verändern das Gesicht von Dörfern, Städten, Bundesländern.

NIUS fragte einige der größten Städte Deutschlands nach dem aktuellen Stand der Migranten-Unterbringung – wie viele Standorte, was für Gebäude, wie viele Bewohner und Beschäftigte, welche Kosten und Palungen fürs nächste Jahr. 29 Stadt-Pressestellen lieferten verwertbare Antworten.

Ein Mann betritt die Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Standort Braunschweig.

Die gesammelten Daten und Fakten zeigen, was die Betroffenen vor Ort zu leisten haben. Auch wenn die Ausgaben fast vollständig von den Ländern erstattet werden, muss man das Geld erst einmal aufbringen. Angesichts der vielen für Migranten angemieteten Wohnungen muss sich auch keiner mehr wundern, warum es nicht leichter wird, eine bezahlbare Wohnung in den Großstädten zu kriegen. Und: Es werden immer mehr Unterkünfte gebraucht!

Hier die Anzahl der Unterkünfte, die Auslastung, die Zahl der Beschäftigten, die Kostendimensionen und Zukunftsplanungen der 29 abgefragten Städte.

Halle (Sachsen-Anhalt): elf zentrale Unterkünfte (2023: neun). Aktuell leben darin 698 Männer und 139 Frauen (2023: 766 gesamt). Beschäftigte: 38 (22 soziale Betreuung, 16 Technik). Vorjahr:  34 (je zwei weniger). Kosten vor Erstattung: 9.278.926,34 Euro (bis Ende November 2024). 2023: 4.248.506,33 Euro. Ausblick: Für 2025 sind keine weitere Unterkünfte geplant.

Hannover (Niedersachsen): aktuell 55 Unterkünfte, unterteilt in 36 massive Gebäude, elf Modulbauten, acht Containeranlagen. 2023 und 2024 wurden bisher acht angemietete Hotels wieder abgemietet. Derzeit leben in den Unterkünften 5.477 Personen, davon 2.550 in massiven Gebäudent, 1.410 Personen in Modulbauten, 570 Personen in Containeranlagen. Dazu kommt Unterbringung in dezentralen Einzelwohnungen. Kosten: Zahlen liegen für 2024 noch nicht vor. Ausblick: 2025 sollen fünf Unterkünfte aufgegeben werden, darunter iein Hotel und zwei Schulgebäude.

Essen (Nordrhein-Westfalen): derzeit zehn Unterkünfte, sieben Schutzstellen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und eine Erstaufnahmeeinrichtung (2023: 12 Unterkünfte, sieben Schutzstellen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und eine Erstaufnahmeeinrichtung). Bewohner 2024: 896 (481 männlich), davon 296 in neu gebauten Unterkünften (Auslastung: 64 Prozent), 600 in Bestandsgebäuden (53%). In den Schutzstellen (u.a. Wohnhaus, Hotel, Krankenhaus) ist Platz für 75 Personen, 70 leben dort. Beschäftigte: dieses Jahr 88,25 (2023: 101,5). Kosten 2024: 6,9 Millionen Euro, davon 4,6 Mio. für Mieten, 1,15 Mio. für Instandhaltung und Unterhalt, 0,21 Mio. Euro für Wasser und 0,89 Mio. Euro für Energie. Kosten 2023: 8,5 Millionen Euro. Ausblick: Zwei Objekte sind im II. Quartal 2025 bezugsfertig. Dazu kommt eine neue Einrichtung mit sieben Plätzen für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

München (Bayern): 141 Unterkünfte, davon ist bei 15 eine Verlängerung in Prüfung, vier schließen bis Ende 2024. 36 weitere Unterkünfte sind noch in Realisierung. Zu Ende Oktober 2024 lebten in den Unterkünften 7.367 Personen (58 % Männer). Auslastung: 76,1 Prozent). 2023: 4.999. Kosten: knapp 95,7 Mio. Euro für Betriebsführung, Sicherheit, Reinigung und Catering sowie Plätze in Hotels). 2023: rund 62,7 Mio. Euro. Ausblick: Für 2025 ist die Eröffnung von 11 Unterkünften mit einer Kapazität von 3.174 Bettplätzen geplant.

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