Jörg Baberowski ist ein stiller Mann. Das Ebenbild des deutschen Gelehrten, der verstört aufblickt, sollte man es wagen, ihn hinter seinen Büchern anzusprechen. Das stille Leben eines solchen Gelehrten ist ihm aber nicht gegönnt. An seiner Person entzündete sich früh das brutale Geschrei der politischen Kontroverse. Er ist einer der ersten, die im Zuge der beginnenden rotgrünen Gleichschaltung seit 2024 vom Denken und Sagen-dürfen gecancelt wurde.
Er wurde über Jahre zur Zielscheibe politischer Proteste an der Universität. Der Streit radikalisierte sich zu Kampagnen, Gerichtsverfahren und persönlichen Fehden. Es kam sogar zu körperlichen Auseinandersetzungen. Sein Name wurde zu einem Symbolfall für den Streit um Meinungsfreiheit und politische Grenzen des Sagbaren – ebenso in der Wissenschaft. Auch die Methode wurde an ihm exemplifiziert. Ein falsches Wort – und Du bist raus. Aber anders als im Spiel gibt es kein Zurück auf Los, der totale gesellschaftliche Ausschluss ist das Ziel.
Sein Vergehen: Er betont stärker als viele Kollegen, dass extreme Gewalt im 20. Jahrhundert bereits im bolschewistischen Russland systematisch praktiziert wurde und dass der Nationalsozialismus in einer Welt entstand, in der solche Gewaltformen bereits von linken Intellektuellen „vorgedacht“ und von Sozialisten real erprobt sowie millionenfach exekutiert worden waren. Daher könne man NS-Gewalt auch als Teil einer allgemeineren Geschichte politischer Gewalt verstehen.
Diese sorgfältig ausgearbeiteten wissenschaftlichen Thesen werden aber nicht diskutiert, sondern verstoßen vermeintlich gegen das strikte Verbot, deutsche Geschichte anders als per se einzigartig und unvergleichlich darzustellen. Seine Kritiker behaupten, er stelle einen kausalen oder moralischen Zusammenhang her und wage das Ungeheuerliche, die Verantwortung zu verschieben, bzw. die Einzigartigkeit der NS-Verbrechen zu relativieren.
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











