Freiheit auf dem politischen Weg ist in einem demokratischen Staat illusorisch, weil ein Großteil der Bevölkerung nach Sicherheit und Versorgtsein strebt. Hierzulande machen diese Menschen längst nicht mehr nur die kritische absolute Mehrheit über 50 Prozent aus. Laut dem Demographie-Professor Gunnar Heinsohn lassen sich mittlerweile 80 Prozent der deutschen Bevölkerung in direkte oder indirekte Nettoempfänger staatlicher Unterstützung einteilen. Nur knapp 15 Millionen Nettosteuerzahler – von denen die Hälfte in den nächsten 20 Jahren ins Renteneintrittsalter kommt – schultern den Karren für den Rest.
Ein Großteil der übrig gebliebenen Nettosteuerzahler geht entweder lieber früher als später in die Rente oder stimmt gleich mit den Füßen ab. Neben jungen Singles auch immer mehr Familien und ältere Menschen, die in ihrem Heimatland keine Zukunft mehr sehen. Die Abwanderung hat dabei historische Ausmaße angenommen und wird 2024 bei über einer Million ausgewanderten deutschen Staatsbürgern liegen.
Kein Wunder: Andere Länder bieten mittlerweile nicht nur schöneres Wetter, sondern auch weniger Kriminalität. Von geringeren Strompreisen und dem Gefühl, mehr im Portemonnaie zu haben, ganz zu schweigen. Einerseits, weil die Lebenshaltungskosten einfach niedriger sind, andererseits, weil Steuern, Sozialversicherung und andere Abgaben einfach deutlich weniger heftig zuschlagen.
Vor allem für Selbstständige und kleinere Unternehmer wird die Entscheidung immer offensichtlicher. Während im „reichen” Deutschland der Spitzensteuersatz bei 42 Prozent für 66.761 Euro liegt, ist man im „armen” Georgien bis ca. 167.000 Euro Umsatz noch Kleinunternehmer mit 1 Prozent Endbesteuerung. Selbst in vergleichbaren EU-Hochsteuerländern wie Italien zahlt man die ersten 5 Jahre nur 5 Prozent auf die ersten 85.000 Euro und genießt vereinfachte Bürokratie, wo man in Deutschland längst bilanzieren muss.
All das wird aber in den Schatten gestellt von dem, was für mobile Menschen mit ortsunabhängigen Einkommen möglich ist. Trotz diverser gesetzlicher Hürden der Finanzverwaltung gelingt es einer stark steigenden Anzahl von Leistungsträgern, den Steuerstaat komplett auszuhebeln. Plakativ gesagt reicht es dafür aus, ein halbes Jahr auf Mallorca und ein halbes Jahr in Deutschland zu leben. Eine Abmeldung aus Deutschland und ein multilokales Leben mit zwei oder mehr Standorten kann bereits zu einer kompletten Steuer- und Bürokratiefreiheit führen.
Christoph Heuermann vom Portal Staatenlos.ch lebt seit 10 Jahren einen solchen Lebensstil. Mit düsteren Aussichten in Deutschland als Selbstständiger konfrontiert, beschloss er schon 2015, sich nach seinem Bachelor in Politik- und Verwaltungswissenschaften aus Deutschland abzumelden. Er bereiste seitdem nicht nur alle Länder und die meisten Territorien des Planeten aus privatem Vergnügen, sondern schuf auch eine erfolgreiche Unternehmung, die Bürgern einen Weg in die Freiheit aus eigener Entscheidung eröffnet.
Politisch immer sehr interessiert, enttäuschte es ihn zutiefst, die tatsächlichen Zustände der Institutionen während Praktika im Deutschen Bundestag und bei der EU in Brüssel zu erleben. Schon immer ein aktiver Verfechter der Verbreitung freiheitlicher Ideen, erkannte er jedoch, dass dieser Weg zwar wichtig, aber sehr steinig und langfristig ist. Um tatsächliche Freiheit noch in jungen Jahren – wenn überhaupt – zu erleben, musste eine andere Strategie her als Freiheit auf politischem oder ideellem Weg zu erreichen.
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