BDI-Präsident Peter Leibinger verlangt von der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) deutlich mehr Tempo bei Reformen. Bei der Jahresauftakt-Veranstaltung des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) machte der Schwabe klar, dass die Geduld der Industrie mit Blick auf die wirtschaftliche Lage schwindet. „Geschwindigkeit ist in der volatilen Weltlage der entscheidende Standortfaktor“, sagte Leibinger. „Wir sind in einer sehr kritischen Situation.“ Darüber berichtet das Handelsblatt.
Der BDI rechnet zwar im laufenden Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von einem Prozent – für Leibinger ist das jedoch kein Zeichen für einen stabilen Aufschwung, sondern eher ein statistischer Lichtblick. Nach Angaben des Verbands wären 0,7 Prozentpunkte des erwarteten Wachstums vor allem auf höhere staatliche Ausgaben für Infrastruktur und Verteidigung zurückzuführen. „Ohne die kreditfinanzierten Investitionen und weitere Staatsausgaben würden wir in der Stagnation verharren“, sagte Leibinger. Zudem entfielen 0,3 Prozentpunkte auf einen Kalendereffekt, weil 2026 besonders viele Feiertage auf Wochenenden fallen.
Zusätzliche Risiken sind in der Prognose noch nicht enthalten. Das gilt etwa für die von US-Präsident Donald Trump im Grönland-Konflikt angedrohte Erhöhung der Einfuhrzölle von 15 auf 25 Prozent.
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