Obwohl sich die Kerosinpreise in jüngster Vergangenheit nahezu verdoppelt haben und die Straße von Hormus – eine der zentralen globalen Lieferrouten für Kerosin und andere Ölprodukte – weiterhin blockiert ist, gibt sich die europäische Luftfahrtbranche unmittelbar vor der wichtigen Sommersaison zuversichtlich. Es gebe keine Treibstoffengpässe, heißt es von Fluggesellschaften, Flughafenbetreibern und Reiseveranstaltern.
Ein fragwürdiger Optimismus: Sebastian Ebel, Vorstandschef von TUI, sprach im Gespräch mit Welt TV von einer „relativ komfortablen“ Lage in Deutschland. Auch Michael O’Leary, Chef von Ryanair, erklärte, das Risiko einer Versorgungsunterbrechung nehme ab. Die Botschaft der Branche ist eindeutig: keine Panik. Diesen beruhigenden Worten steht jedoch eine deutlich nüchternere Realität gegenüber. Die Preissteigerungen beim Kerosin sowie die sich zunehmend verschärfende Mangellage sind faktisch Realität.
Während TUI und Ryanair die Risiken herunterspielen, bewertet die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air die aktuelle Situation wesentlich rationaler. Wizz-Air-Chef József Váradi räumte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters ein, dass Kerosin-Ersatzlieferungen derzeit zu Preisen von nahezu 1.400 Dollar pro Tonne beschafft werden müssten – etwa doppelt so teuer wie vor dem Krieg.
Die Internationale Energieagentur (IEA) hatte bereits Mitte April davor gewarnt, dass mehrere europäische Länder in den kommenden Wochen mit einer beginnenden Knappheit bei Kerosin konfrontiert werden könnten. Die anhaltende Blockade der Straße von Hormus gilt dabei als besonders problematisch: Laut IEA stammten vor Kriegsausbruch rund 75 Prozent der europäischen Nettoimporte von Kerosin aus dem Mittleren Osten.
WM 2026 in USA: Fifa-Skandal! Trump ruft Infantino an! Sperre für US-Spieler aufgehoben I WELT LIVE











