Berlin nimmt im Rennen um die Goldmedaille sozialistischer urbaner Politik den unangefochtenen Spitzenplatz in der Bundesrepublik ein. Dass sich die Leidenschaft für zentral geplante Ökonomie sowie eine vom Staat regulierte Mobilität und Energieversorgung ausgerechnet in der Bundeshauptstadt, bar aller parlamentarischen und parteipolitischen Schranken, entfalten kann, ist tragisch: Hauptstadtpolitik strahlt ins Land ab und wird rasch auch andernorts adaptiert.
Die Union rollt den linken Parteien genussvoll den roten Teppich aus. Was das für den Kampf gegen den politisch erzeugten Wohnraummangel konkret bedeutet, zeigt sich exemplarisch in der Hauptstadt: massivste Regulierung der Angebotsseite. Dass der aufgrund seiner Projektstruktur und Komplexität träge Immobilienmarkt in den Wellen der jahrelangen Politik der offenen Grenzen regelrecht versinken musste, gilt wohl in politischen Kreisen als arkanes Wissen – eine Art Geheimlehre, die in der Öffentlichkeit mithilfe einer Ressentimentpolitik, die sich über den Vermietern entlädt, zerstreut werden soll.
Um die zahlreichen politischen Maßnahmen und tiefgehenden Regulierungen noch effektiver durchsetzen zu können und zugleich den Eindruck zu erwecken, die Vermieterseite trage die alleinige Schuld am Desaster, beschloss der Berliner Senat im März die Einrichtung eines sogenannten Vermieterregisters. Das also versteht man in der Bundeshauptstadt unter Staatsmodernisierung.
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