Der Sachverhalt ist einfach: die Messe in Gießen hat sich gezwungen gesehen, ihre Hallen für eine Tagung der AfD zur Gründung ihrer Jugendorganisation zu vermieten. Nun poltert seit Wochen der Oberbürgermeister der Stadt Gießen dagegen. Er fordert eine Auflösung des Mietvertrags, will, dass Messe und Bürger „Haltung“ zeigen, gegen die AfD und ihre Jugendorganisation in Gründung. Und gegen die Messe und ihre Mitarbeiter. Die werden mittlerweile bedroht, der Staatsschutz gibt Tipps, wie sich Betroffene wehren sollen – wenn sie noch können.
Mittlerweile sind 17 Demonstrationen angekündigt, befeuert auch vom immer schrilleren OB und journalistisch zweifelhaften Artikeln der Lokalpresse. So hat der Oberbürgermeister Frank-Tilo Becher die Messegesellschaft „ermahnt“, den Vertrag zu kündige. Er forderte zudem die Messegesellschaft auf „Haltung zu zeigen“ und „das Feld nicht den Antidemokraten zu überlassen“.
Diese Grundhaltung haben sich viele Beteiligte zueigen gemacht: Ein Konzertveranstalter kündigte aus Protest gegen die Messe ein Konzert; Lieferanten wurden von einer fragwürdigen, bis dato unbekannten Initiative aufgerufen, die Versorgung mit Lebensmitteln und Getränken zu boykottieren.
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