Bundesbank-Präsident fordert angesichts steigender Energiepreise Zinserhöhungen

vor etwa 2 Monaten

Bundesbank-Präsident fordert angesichts steigender Energiepreise Zinserhöhungen
Bildquelle: Tichys Einblick

Im Interview mit dem Handelsblatt fordert Bundesbank-Präsident Joachim Nagel eine Kehrtwende der Geldpolitik der Europäischen Zentralbank. „Die Inflationslage entwickelt sich ungünstiger als erwartet“, so Nagel, der während des Gesprächs auf die strukturellen Probleme des Energiemarkts einging. Zerstörte Förderanlagen, brachliegende Raffineriekapazitäten sowie überhöhte Frachterversicherungen treiben die Energiepreise weiter in die Höhe.

„Wir können die hohen Energiepreise nicht ignorieren“, betonte Nagel im Interview weiter. „Zinserhöhungen werden immer wahrscheinlicher, wenn sich das Inflationsbild nicht grundsätzlich ändert.“ Selbst bei einem baldigen Kriegsende im Iran bliebe die Inflation deutlich länger erhöht. Es könne noch einiges bei der Inflation auf uns zukommen, warnte Nagel, der zu Recht darauf hinwies, dass die Kriegsschäden, die in der Region entstanden sind, das Preisniveau über einen längeren Zeitraum höher halten werden. Konkret rechnet der Ökonom mit einer Inflationsrate im laufenden Jahr von etwa 4 Prozent für Deutschland.

Ist es nicht so, dass Joachim Nagel mit seiner Forderung nach einer Verteuerung des Kredits – das bedeutet ja schließlich eine Erhöhung der Leitzinsen – einem klandestinen Plan der Fiskalpolitik in die Parade fährt? Denn wer ist der große Profiteur der Inflation? Selbstverständlich der größte Schuldner, also der Staat. Steigen die Preise, generiert der Fiskus einen immensen Wohlstands-Transfer – ein Prozess, der durchaus eine ganze Zeit lang anhalten kann und vom Steuerzahler in der Regel falsch antizipiert wird.

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