Am Tag danach steht fest: Es hätte verhindert werden können. Dass der gestrige Entschließungsantrag der Union mitsamt eines 5-Punkte-Plans zur Migrationswende mit einer einfachen Mehrheit von 348 zu 344 Stimmen bei zehn Enthaltungen verabschiedet wurde, lag nicht nur daran, dass eine Mehrheit von CDU, AfD und FDP dafür gestimmt haben.
Ein zweiter Grund: Sieben Abgeordnete der SPD und zwei Abgeordnete der Grünen blieben der Abstimmung fern. Wären vier dieser Parlamentarier erschienen und hätten gegen den Antrag gestimmt, hätte dieser keine Chance gehabt, durchzukommen. Doch wer sind diese neun Verweigerer?
Diedenhofen aus Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen zog 2021 als einer von vieren über einen Listenplatz in den Bundestag ein – und war Mitglied in drei Ausschüssen (Wohnen, Digitales, Familie). Erst im Dezember 2024 gab er bekannt, für den nächsten Bundestag nicht zu kandidieren. „Ich bin mir des dramatischen Zeitpunktes bewusst. Ich war fest entschlossen, den Wahlkampf durchzuziehen, aber es geht nicht. Meine gesundheitliche Situation hat sich zugespitzt und ich musste nun einsehen: Ich schaffe das nicht.“ Die genauen gesundheitlichen Gründe spezifizierte der 29-Jährige nicht, es scheint aber nicht unwahrscheinlich, dass diese auch der Grund gewesen sein könnten, weshalb er an der Abstimmung am Mittwoch nicht teilnahm.
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