Collien Fernandes fragt Eckart von Hirschhausen, ob es eine Zeit gegeben habe, in der die Deepfakes von ihm ihn „krass mitgenommen“ haben. „Ja, das tut es immer noch“, sagt er mit verzogenem Gesicht. „Es verschwindet das Vertrauen, dass Menschen grundsätzlich okay sind.“ Auf eine gewisse Weise empfinde er den Diebstahl der Stimme als noch krasser als manipulierte Bilder. Von dem Mediziner sind gefälschte Videos im Internet im Umlauf, in denen er Werbung für obskure Medikamente machen soll.
Collien Fernandes sitzt Hirschhausen gegenüber und berichtet von ihren Erfahrungen: wie jemand manipulierte Bilder verschickt habe, die sie darstellen sollen, mit Männern gesprochen und sich als sie ausgegeben habe. Am Anfang der ARD-Dokumentation „F*ck Deepfakes“, die am 4. Mai veröffentlicht wurde, wird ein Text eingeblendet, wonach die Dokumentation aufgenommen wurde, bevor Fernandes mit ihren Vorwürfen an den Spiegel ging. Allerdings hat Fernandes zumindest Ulmen nicht vorgeworfen, Deepfakes von ihr verbreitet zu haben.
„Das hier ist kein Film über die persönliche Geschichte von Collien Fernandes, sondern über die strukturellen Probleme dahinter“, sagt die Sprecherin zu Beginn der Dokumentation. Dennoch wird ihre Geschichte immer wieder thematisiert, auch wenn nicht auf die aktuellen Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen eingegangen wird.
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