Die Marken sind eine kleine Region. Hier leben rund 1,5 Millionen Menschen auf weniger als 10 Millionen Quadratkilometern. Die Landschaft ist bekannt für ihre Renaissance-Städte Pesaro und Urbino, den wichtigen Hafen Ancona und das Heiligtum von Loreto. Ansonsten eine ruhige, lauschige Gegend, deren Bedeutung eher in der Geschichte als in der Gegenwart liegt.
Gäbe es nicht Journalisten und Politiker. Im Mai verstieg sich die Turiner Tageszeitung „La Stampa“ zu der kolossalen Behauptung, die Marken seien das „neue Ohio“ Italiens. Kurzerhand wurde die verschlafene Region an der Adria-Küste zum Wahlkampf-Hotspot.
Die Linke griff das Konzept begierig auf. Seit dem Aufstieg Giorgia Melonis haben der sozialistische Partito Democratico (PD) und die linksalternative 5-Sterne-Bewegung (M5S) in erster Linie Wahlniederlagen kassiert. Ein Achtungssieg in den Marken bedeutete da die Chance, durch einen einzigen Sieg Momentum zu gewinnen. Wer Ohio gewinnt, gewinnt die US-Wahl – und wer die Marken gewinnt, vielleicht die nächste italienische Parlamentswahl?
ERFURT: Beben bei AfD-Parteitag! Macht verschiebt sich! Eskalation bei Protesten I WELT STREAM











