Deal der Schmach

vor 11 Monaten

Deal der Schmach
Bildquelle: Tichys Einblick

Beim Wetter ist immer alles Katastrophe. „Es brennt an allen Ecken und Enden“, verkündet ZDF-Apokalyptiker Lesch, während man wochenlang nicht ohne Schirm das Haus verlassen kann. In der Politik ist es anders herum. Lieber ein Unwetter als ein Hurrikan, besänftigen die Betroffenen die Katastrophe.

Arbeitslosigkeit, schrumpfende Wirtschaft, sinkender Wohlstand: Die meisten Ursachen dafür sind hausgemacht, aber der historische Deal der Schmach, den Donald Trump der EU zugefügt hat, kommt in schwerer Zeit erschwerend hinzu. Was wäre dagegen zu tun? Jeder weiß es. Nur in Brüssel nicht. Die EU kann sich aus ihrer Schwäche, ihrer Selbstverzwergung und Selbsterniedrigung, wie sie Trump gerade wieder sichtbar gemacht hat, nur selbst befreien. Aber statt Reformen an Haupt und Gliedern anzustrengen, stranguliert sie sich selbst. Statt die eigenen Kräfte zu bündeln, setzt sich auf Erweiterung (Ukraine). Statt ihre Interessen zu vertreten, tritt sie als Weltmoralapostel auf. Sie versteckt die eigene Krise durch rastlose Regulierungsexzesse einer überbordenden Bürokratie.

Nein, Ursula von der Leyen hat mit Trump gar nicht „verhandelt“. Weshalb die deutsche Industrie in ihrer untertänigsten Beflissenheit auch gar nicht die Verhandlungsführung kritisieren mag und sie von allem Versagen freispricht. Weil es kaum etwas zu verhandeln gab. Es zählt in der neuen Weltordnung nur das Recht des Stärkeren. Trump setzt nicht nur Golfregeln außer Kraft. Er spielt generell nur nach seinen eigenen Regeln. Die Szene zwischen zwei Partien im Trumpschen Golfresort Turnberry erinnert ganz stark an Goldfinger (spielt auch in Schottland). Nur, dass UvL wirklich nicht mit 007 zu verwechseln ist. Fair Play ist, wenn man trotzdem lacht.

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