Ein Gastbeitrag von Corina Martinas
Der Engel hat den Zweiten Weltkrieg überlebt. Über Berlin, Paris und New York hat er es schließlich nach Jerusalem geschafft, wo er nun im Israel Museum einen Platz hat. Die Rede ist von dem Bild „Angelus Novus“ von Paul Klee. Sein Besitzer, der deutsch-jüdische Philosoph Walter Benjamin, hat die Verfolgung durch die Nazis nicht überlebt. Er hatte aber testamentarisch verfügt, dass der Engel an dem Ort aufbewahrt werden soll, den die Juden auf Hebräisch einfach „das Land“ nennen: in Israel.
Dieses Bild wurde in den letzten Wochen das zentrale Objekt einer Ausstellung im Berliner Bode-Museum. Mit einer Ausstellungseröffnung am 8. Mai – dem 80. Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus – wurde der Besuch des Engels in der ehemaligen Hauptstadt des Dritten Reiches zu einer Geste der Vergangenheitsbewältigung. Dem Gast wurde auch viel Respekt gezollt, nicht zuletzt durch die Masse an Besuchern, die an manchen Tagen bereitwillig sogar bis zu zwei Stunden Schlange standen, um im tageslichtfreien Museumskabinett einen Blick auf die DIN-A4-kleine aquarellierte Zeichnung zu erhaschen.
Pressekonferenz mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte | 06.07.2026











