Der kurze Mutanfall des Friedrich Merz:
Die Union kommt aus ihrer Schuld am Migrationschaos nicht heraus

vor mehr als 1 Jahr

Der kurze Mutanfall des Friedrich Merz:
Die Union kommt aus ihrer Schuld am Migrationschaos nicht heraus
Bildquelle: Deutschland Kurier

Keine 48 Stunden hat das neue Rückgrat gehalten, das der CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat Friedrich Merz nach der Mordtat eines Afghanen in Aschaffenburg kurzzeitig entdeckt zu haben schien. Von „schärfere Migrationspolitik, egal mit wem“ und dem faktischen Einreißen der „Brandmauer“ zur AfD bis zum kläglichen Versuch, sich mit Taschenspielertricks und Ausflüchten doch wieder hinter deren eingestürzten Trümmern zu verstecken, dauerte es bei Friedrich Merz weniger als zwei Tage. Der lange Sauerländer schafft es offenkundig nicht, aus dem übermächtigen Schatten von „Willkommenskanzlerin“ Angela Merkel herauszutreten.

Noch am Donnerstag letzter Woche hatte Merz mit getragener Miene einen „Fünf-Punkte-Plan“ für einen harten migrationspolitischen Kurswechsel vorgestellt, der auch von der AfD hätte stammen können – und wahrscheinlich in weiten Teilen auch bei ihr abgekupfert war. Merz benannte „zehn Jahre verfehlte Migrationspolitik“ – beginnend also mit CDU-Kanzlerin Merkel – als Ursache der Misere. Ein Befreiungsschlag?

Merz blufft, Alice Weidel will die Karten sehen

AfD-Kanzlerkandidatin Alice Weidel reagierte umgehend, bot eine Zusammenarbeit an und forderte Merz auf, nicht bis zum „ersten Tag“ seiner eventuellen Kanzlerschaft zu warten, sondern sofort in der nächsten Sitzungswoche die notwendigen Gesetze zu verabschieden. Den Bluff im Wahlkampfpoker wollte sie Merz nicht durchgehen lassen, die AfD-Chefin wollte seine Karten sehen. In einer nächtlichen Schaltkonferenz des CDU-Präsidiums erklärte der in die Enge getriebene Unions-Frontmann, es sei ihm „egal“, wer am Ende mitstimme, und, das Poker-Bild aufgreifend: Er gehe „All-In“. Faktisch war die Brandmauer damit erledigt.

Tags darauf dann die Gegenoffensive der Migrationsextremisten: „Grüne“, SPD und Mainstream-Medien beschwören im Chor die „Brandmauer“, die den linken Kräften die Macht und der Asyl-Lobby das ungebremste „Weiter so“ bei der Massenmigration garantiert, die SPD fabriziert ein Gegenpapier zum Merz-Plan, das mit wilden Thesen und Verdrehungen die angebliche Völkerrechts- und EU-Widrigkeit einer Politik beweisen soll, die in zur Vernunft gekommenen Ländern längst praktiziert wird, und der „Grünen“-Anführer Robert Habeck, der keine Gelegenheit auslässt, um die Union mit der „Brandmauer“-Keule zu erpressen, wirft Merz vor, die Regierungsparteien mit der Andeutung zu „erpressen“, auch Stimmen der AfD akzeptieren zu wollen.

Schaulaufen ohne Ergebnis

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