Der Oster-Ärger in Jerusalem war nur ein Sturm im Wasserglas: Warum die Aufregung um Kardinal Pizzaballa am Palmsonntag unredlich ist

vor 3 Monaten

Der Oster-Ärger in Jerusalem war nur ein Sturm im Wasserglas: Warum die Aufregung um Kardinal Pizzaballa am Palmsonntag unredlich ist
Bildquelle: NiUS

Die israelische Polizei hat eine christliche Zeremonie in der Grabeskirche aus Sicherheitsgründen untersagt, weil der Zugang zu den Heiligen Stätten aller Religionen derzeit wegen der Raketenangriffe aus dem Iran eingeschränkt oder verboten ist. Der Kardinal wusste davon, dennoch ist die mediale und politische Aufregung groß.

Die allgemeine Empörung über die Weigerung, hochrangigen katholischen Würdenträgern das Beten in der Grabeskirche zur Feier des Palmsonntags zu erlauben, steht in umgekehrtem Verhältnis zum Ereignis als solchem. Italien bestellte den israelischen Botschafter ein, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron „verurteilte“ die Entscheidung der Polizei. Sogar der CDU-Politiker Armin Laschet, sonst Israel durchaus wohlgesonnen, sprach von „Schikane“.Armin Laschet entrüstete sich auf der Plattform X.

Während die Entrüstung anhält, ist die Angelegenheit selbst geklärt. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat eine Sondererlaubnis erteilt: „Ich habe die zuständigen Behörden angewiesen, Kardinal Pierbattista Pizzaballa, dem lateinischen Patriarchen, uneingeschränkten und sofortigen Zugang zur Grabeskirche in Jerusalem zu gewähren.“ Zum Schutz der Gläubigen habe Israel „Angehörige aller Glaubensrichtungen gebeten, vorübergehend auf die Anbetung an den christlichen, muslimischen und jüdischen heiligen Stätten in der Altstadt von Jerusalem zu verzichten.“

Dennoch habe er die Behörden angewiesen, dem Patriarchen zu „ermöglichen, Gottesdienste nach seinen Wünschen abzuhalten“. Zur Empörung über den Vorfall sagte der Regierungschef: „Es gab keinerlei böse Absicht, sondern lediglich Sorge um seine Sicherheit und die seiner Begleiter.“

Staatspräsident Isaac Herzog sprach von einem „unglücklichen Vorfall“. Er habe „klargestellt, dass der Vorfall auf Sicherheitsbedenken zurückzuführen war, die sich aus der anhaltenden Bedrohung durch Raketenangriffe des iranischen Terrorregimes gegen die Zivilbevölkerung in Israel ergeben, nachdem in den vergangenen Tagen bereits iranische Raketen im Bereich der Altstadt von Jerusalem eingeschlagen sind“.

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