Seit 1,5 Jahren ist Argentinien der Schauplatz des spannendsten Politik-Experiments der Gegenwart. Seit 1,5 Jahren haucht der libertäre Javier Milei dem einstmals am Boden liegenden Land wieder neues Leben ein. Seit 1,5 Jahren wird sein großer Erfolg von deutschen Politikern und Leitmedien entweder ignoriert oder diffamiert. Hat unsere etatistische Kaste des Mittelmaßes etwa Angst vor einem politischen Gegenmodell?
Als Christian Lindner im letzten Bundestagswahlkampf „mehr Milei“ wagen wollte, war der damalige Kanzlerkandidat Friedrich Merz „völlig entsetzt“. Bei Sandra Maischberger behauptete er: „Was dieser Präsident dort macht, ruiniert das Land, tritt die Menschen mit Füßen.“ Javier Milei hat im staatsgläubigen Deutschland einen schweren Stand. Bei fast allen Politikern und bei fast allen Medien. Auf eine positive Erwähnung kommen unzählige negative Kritiken. Symptomatisch dafür ist ein Bericht von ZDFheute vom 4. Januar 2025: „Argentinien: Zwischen Armut und Aufbruch“ lautet der Titel. In der Einleitung wird im ersten Satz die „wirtschaftliche Erholung“ erwähnt. Im zweiten Satz heißt es: „Doch der radikale Sparkurs des Präsidenten produziert auch Verlierer.“ Bei so einem Titel und so einer Einleitung erwarte ich als Leser einen ausgeglichenen Artikel des Für und Widers. Dem ist aber nicht so.
Als Christian Lindner im letzten Bundestagswahlkampf „mehr Milei“ wagen wollte, war der damalige Kanzlerkandidat Friedrich Merz „völlig entsetzt“.
Der Text beinhaltet 436 Wörter mit negativem Grundton. Über steigende Armut, Proteste und auf Hilfe angewiesene Rentner wird ausführlich berichtet. Lediglich mit 47 Wörtern werden die Erfolge Mileis beschrieben. Seit dessen Wahl hat die Tagesschau 33 Berichte über ihn online gestellt. 11-mal ging es um Proteste und Streiks gegen ihn. Die allerwenigsten Berichte haben einen positiven Grundton, kein einziger kommt ohne linke Relativierungen aus. Der journalistische Tiefpunkt der Argentinien-Berichterstattung war ein im Dezember 2024 bei der Zeit veröffentlichter Essay von Nils Markwardt mit dem Titel: „Und der Faschismus, der geht so“, bebildert unter anderem mit Javier Milei, dem die Zeit schon im Sommer 2024 „Marktfaschismus“ vorwarf. Wer kennt sie nicht, die Faschisten, die den Einfluss des Staates auf das Leben der Bürger deutlich reduzieren?
Als treuer Konsument deutscher Leitmedien könnte man tatsächlich der festen Überzeugung sein, dass dieser radikale Präsident sein Land kaputt macht. Doch wie sieht die Realität aus? Was ist bis jetzt überhaupt konkret in Argentinien passiert?
STADE: Sechsfacher Mord wegen Sorgerecht! Neue Details! Patentante auch im Fokus | WELT STREAM












