Die deutsche Wirtschaft kämpft ohnehin schon mit einer Flaute. Nun schlägt noch die Handelspolitik des US-Präsidenten ins Kontor. Doch Fachleute sehen auch hausgemachte Probleme.
Die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump wird Deutschland nach Einschätzung führender Wirtschaftsforschungsinstitute in der Rezession halten. Zwar prognostizieren die fünf Institute für das laufende Jahr ein Mini-Wachstum von 0,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Davon müssten aber wegen der US-Zollpolitik mindestens 0,1 Prozentpunkte abgezogen werden, hieß es in der in Berlin vorgestellten sogenannten Gemeinschaftsdiagnose.
Deutschland droht damit ein drittes Jahr der Rezession, also anhaltend schrumpfender Wirtschaftsleistung. „Die geopolitischen Spannungen und die protektionistische Handelspolitik der USA verschärfen die ohnehin angespannte wirtschaftliche Lage in Deutschland“, erklärte Torsten Schmidt, Konjunkturchef des RWI Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung.
So erwarten die Ökonomen, dass die US-Zölle auf Aluminium, Stahl und Autos in Höhe von 25 Prozent inklusive Gegenzöllen der EU das BIP in diesem und dem kommenden Jahr um jeweils 0,1 Prozentpunkte drücken. Wenn Trumps jüngste Zollerhöhungen von Anfang April sowie Gegenzölle hinzukommen, dürften sich die Einbußen auf jeweils 0,2 Prozentpunkte in beiden Jahren verdoppeln, so die Fachleute. Die konkreten Auswirkungen ließen sich aber schlecht benennen.
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