Nicht einmal bei der Parteijugend ist Friedrich Merz noch willkommen

vor 8 Monaten

Nicht einmal bei der Parteijugend ist Friedrich Merz noch willkommen
Bildquelle: Tichys Einblick

Die Klatschhasen klatschen nicht mehr, jedenfalls weniger als früher, ganz können sie es doch nicht lassen, sie sind ja schließlich in der Jungen Union. Doch das gab es noch nie, dass ein CDU-Kanzler bei der Jungen Union, bei der Parteijugend, bei denen, die eine politischer Karriere noch vor sich haben, nicht nur zahmen Beifall bekam, sondern auch für JU-Verhältnisse heftigen Widerspruch und Unverständnis erntete. Vordergründig ging es um die Rente, aber im Kern, ob die Delegierten es wussten oder nicht, um Merzens Politik des Niedergangs, die er mit Phrasen und falschen Annahmen, mit Illusionen zu verdrängen sucht.

Es ging darum, dass es nach Merz keine CDU mehr geben könnte. Die Jungpolitiker spüren, ohne es freilich zu benennen, was dieser Kanzler nicht merkt, nicht sieht, nicht begreift, dass die getreue Fortführung der Habeckschen Energie- und Wirtschaftspolitik, die Verweigerung der Lösung des Migrationsproblems und der Reform des Sozialstaates sowie die Rekordverschuldung zum Staatsbankrott führen, unter dem die CDU begraben werden wird. Sie fühlen, wohl mehr, als dass sie es wissen, dass dieser Kanzler ihre persönliche Zukunft zur Vergangenheit machen könnte. Doch auch sie verweigern die Erkenntnis der Wirklichkeit, sonst würden sie sich nicht in dieses eine Thema verbeißen, sondern viel grundsätzlichere Fragen stellen.

Aber natürlich könne man in einer Koalition nicht alles umsetzen, meint Merz. Nicht alles? Das ist selbst für Merzens Realitätsverweigerung ein starkes Stück, denn zwischen „nicht alles“ und „nichts“ besteht für jeden, außer für Friedrich Merz, ein großer Unterschied. Dass er sich von der AfD abgrenzt, mit der die CDU nichts gemein habe, was allerdings stimmt, bringt ihm sogar Beifall ein, vor allem sein Appell, vergesst das Wort „Brandmauer“, aber nur um sie noch eifriger zu verteidigen und in Stand zu halten. Man möchte vermuten, dass der emphatische Merz sich gerade noch vor dem Aufruf zurückhalten konnte: Schützt die Brandmauer, auch wenn sie die letzte Mauer in Deutschland sein sollte, die noch steht. Auch bei der Jungen Union scheint man sich vor der AfD zu fürchten, doch auch die Nähe, die Unterwerfung unter die SPD verkleinert nicht den Konkurrenten AfD im bürgerlichen Lager – eher im Gegenteil. Auch bei der Jungen Union leben sie im Phrasenwunderland.

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