Sexy, reich, selbstbestimmt: Das widersprüchliche Verhältnis von Deutschrapperinnen zum Feminismus

vor 5 Monaten

Sexy, reich, selbstbestimmt: Das widersprüchliche Verhältnis von Deutschrapperinnen zum Feminismus
Bildquelle: NiUS

Katja Krasavice und Ikkimel machen jetzt gemeinsame Sache. Der kürzlich erschienene Song heißt „Bitch“. Wie auch sonst? Zwei der derzeit erfolgreichsten und polarisierendsten Figuren des Deutschraps sind Frauen. Gemeinsam bündeln sie ihre Marken: maximale Sexualisierung trifft auf maximalen Tabubruch.

Viel Haut, vulgäre Sprache, Männer k. o. schlagen – ob im Boxring oder mit Tropfen. Das Duett greift reale Gewaltmuster auf und dreht sie einfach um. Was Männer können, können Frauen erst recht.

Das Internet reagiert wie immer: Die einen setzen ihnen die feministische Krone auf und erklären sie zu Queens of Rap, die anderen prognostizieren den Untergang des Abendlandes. Dazwischen ist kaum Luft.

Dabei ist die eigentliche Frage gar nicht neu. Sie wird nur lauter gestellt als früher: Ist das Feminismus oder einfach nur gutes Business?

Deutschrapperinnen haben heute etwas, das ihre Vorgängerinnen nicht hatten – und das nennt sich Reichweite. Social Media macht es möglich. Algorithmen reagieren, denn sie lieben Provokation und Begriffe wie „Empowerment“ und „Diversität“. Katja Krasavice wurde durch Social Media zur Selfmade-Millionärin mit einer Reichweite von circa 3,2 Millionen Fans auf TikTok und 4,1 Millionen Fans auf Instagram.

Wer sich an die 90er erinnert, an weibliche Rapgrößen aus den USA wie beispielsweise Lil’ Kim, weiß: Das war früher Nische. Heute ist es ein etablierter Bestandteil der Popkultur. Ob Nicki Minaj oder Shirin David. Auffällig ist, dass Frauen ihre Weiblichkeit zu ihrer Waffe machten – zurecht. Heute wirken die Künstlerinnen jedoch nicht nur vulgär, sondern fast schon aggressiv. Von warmer, subtiler Weiblichkeit bleibt keine Spur mehr.

Katja Krasavice weiß zu provozieren.

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