Wann immer Friedrich Merz scheitert, ist Angela Merkel nicht weit. Sie stellte ihn 2002 als Unionsfraktionschef kalt, verhinderte zweimal erfolgreich seine Wahl zum CDU-Vorsitzenden und saß am Dienstag auf der Besuchertribüne im Reichstag als Merz nur Sekunden und Millimeter vom Griff nach der Macht in Deutschland entfernt brutal scheiterte.
Angela Merkel verfolgte Friedrich Merz’ Niederlage auf der Tribüne des Plenarsaals.
Doch diese persönliche Animosität beschreibt nicht einmal ansatzweise die ganze Dimension der verlorenen Kanzlerwahl, bei der nicht nur einige Zusatzstimmen fehlten, sondern alles in allem 18 mögliche Stimmen der neuen Koalition und sechs Stimmen zur mindestens nötigen Kanzlermehrheit. Es war ein Misstrauensvotum vor Amtsantritt, von dem sich ein Regierungsbündnis eigentlich nicht mehr erholen kann. Zu tief sitzt das Misstrauen der Union gegenüber der SPD, bei nächster Gelegenheit, den Kanzler wieder auflaufen zu lassen.
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