„Die Gefahr ist real“: DIHK warnt vor historischer Deindustrialisierung Deutschlands

vor 6 Monaten

„Die Gefahr ist real“: DIHK warnt vor historischer Deindustrialisierung Deutschlands
Bildquelle: Apollo News

Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) sieht den Wirtschaftsstandort Deutschland in einer zunehmend kritischen Lage und warnt vor einer Verlagerung von Unternehmen ins Ausland sowie einem Trend zur Deindustrialisierung, so DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Besonders betroffen ist die Industrie, in der sowohl Arbeitsplätze als auch Betriebe in spürbarem Umfang verloren gehen. Die DIHK weist auf eine wachsende Tendenz hin, dass deutsche Firmen ihre Aktivitäten ins Ausland verlagern oder ganz aufgeben. „Die Gefahr ist real“, sagte DIHK-Hauptgeschäftsführerin Helena Melnikov am Sonntag der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Einschätzung der Kammer steht vor allem die Industrie unter erheblichem Druck, was sich in Produktionsverlagerungen und Betriebsschließungen niederschlägt. „Wir sehen klare Anzeichen für eine Deindustrialisierung: Mittelständische Betriebe verlagern ihre Produktion oder schließen ganz“, sagte Melnikov. Seit 2019 sind in der Industrie bereits rund 400.000 Arbeitsplätze weggefallen. Parallel dazu ist die Zahl der Firmenpleiten deutlich gestiegen. Allein im Jahr 2025 wurden mehr als 1.600 Insolvenzen in der Industrie registriert – so viele wie seit zwölf Jahren nicht mehr. Nach Darstellung Melnikovs ist dies „ein Alarmsignal für den Standort Deutschland“.

Laut Berechnungen der DIHK dürfte das Bruttoinlandsprodukt auch im Jahr 2026 lediglich um 0,7 Prozent steigen und zudem noch positiv durch Sondereffekte beeinflusst werden. „Das ist kein Aufschwung, sondern ein Minimalwert und zum Teil allein darauf zurückzuführen, dass 2026 weniger Feiertage auf Werktage fallen“, so die DIHK-Expertin. Sie stellte klar: „Nach drei Jahren ohne Wirtschaftswachstum ist das ein schwaches Signal.“

Publisher Logo

Dieser Artikel ist von Apollo News

Klicke den folgenden Button, um den Artikel auf der Website von Apollo News zu lesen.

Weitere Artikel