Die sogenannte „Brandmauer“ zur AfD, sie bröckelt. Nicht nur in Diskussionen an CDU- oder CSU-Stimmtischen, auch in den Medien. Binnen weniger Tage haben sich nun drei große, überregionale Medien dafür starkgemacht, die „Brandmauer“ zu überdenken.
„Statt Brandmauer: Streit in die AfD hineintragen!“, kommentiert BILD-Chefredakteurin Marion Horn in der Sonntagsausgabe der Zeitung. Die AfD habe Recht, schreibt Horn, wenn sie CDU/CSU und SPD für alle die Probleme, die Deutschland hat, verantwortlich macht - schließlich hätten beide Parteien seit dem Zweiten Weltkrieg gemeinsam oder einzeln zu jeder Zeit Verantwortung getragen.
Weiter schreibt Horn, würde die „Brandmauer“ es der AfD leicht machen, „ihre begrenzte Politikfähigkeit zu verbergen“. Die BILD-Chefin glaubt: „Nur wer den Streit in die AfD hineinträgt, kann sie entzaubern.“ Das habe die Debatte um eine Wehrpflicht gezeigt, bei der die AfD sich auf keine einheitliche Linie habe einigen können. Horns Conclusio: „Wir brauchen Reformen, die wirklich etwas verändern. Oder – wenn das nicht gelingt – Neuwahlen. Und ja, neue Wege sind erlaubt: eine Minderheitsregierung etwa, wie sie in vielen Demokratien funktioniert.“
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